2. KoWi-Forum an der Universität Hohenheim: Mobilkommunikation im Alltag der Menschen [05.05.26]
Am 4. Mai 2026 fand an der Universität Hohenheim das 2. KoWi-Forum des Instituts für Kommunikationswissenschaft statt. Die Veranstaltung dient als Jahrestreffen der Hohenheimer Kommunikationswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler und bietet eine Plattform für wissenschaftlichen Austausch, Vernetzung und Kennenlernen.
Unter dem Thema „Mobilkommunikation im Alltag der Menschen“ präsentierten Wissenschaftlerinnen und ein Wissenschaftler aktuelle Forschungsergebnisse. Durch das Programm führte Prof. Dr. Jens Vogelgesang, der zudem die anschließenden Diskussionen moderierte.
In der Keynote der Veranstaltung stellte Yvonne Gerigk, M.Sc., von der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) ausgewählte Ergebnisse aktueller Studien zum Medienumgang verschiedener Altersgruppen in Deutschland vor (KIM, JIM und SIM). Dabei wurde deutlich, dass digitale Medien bereits im Kindesalter eine große Rolle spielen. Auffällig zu sehen war außerdem, dass mehr als die Hälfte der Kinder in Deutschland Plattformen nutzt, für die sie eigentlich noch zu jung sind.
Die ehemalige Studentin, Nike Leverenz, M.A., stellte die Ergebnisse ihrer Masterarbeit „Handylos glücklich? Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen im öffentlichen Diskurs“ vor. Die inhaltsanalytische Studie zeigte, dass deutsche Nachrichtenmedien die Bildschirmzeit von Kindern und Jugendlichen überwiegend risikoorientiert, eher negativ gefärbt und stark durch Expertenmeinungen geprägt darstellen, wobei die Verantwortung hauptsächlich den Eltern zugeschrieben wird.
Die wissenschaftliche Mitarbeiterin Astrid Jansen, M.A., untersucht aktuell die Auswirkungen abendlicher Smartphone-Nutzung auf den Schlaf. Mithilfe von Wearables und einer speziell entwickelten App konnte sie zeigen, dass subjektive Einschätzungen und objektive Messungen der Schlafqualität häufig auseinandergehen: Während einige Teilnehmende das Gefühl hatten, schlechter zu schlafen, ließ sich dies in den meisten Fällen nicht bestätigen, teilweise konnte sogar eine verbesserte Schlafqualität nachgewiesen werden.
Der ehemalige Hohenheimer Doktorand, Dr. Luis Noschang von der Hochschule Harz, ging der Frage nach, wie stark Smartphones vom laufenden Fernsehbildschirm ablenken. Die Ergebnisse seiner Forschung zeigen, dass der sogenannte „Second Screen“ für viele Menschen ein selbstverständlicher Bestandteil der Mediennutzung ist. Daraus ergeben sich neue Möglichkeiten für personalisierte Werbung, etwa durch die parallele Bewerbung von Produkten, die zeitgleich im Film oder in einer Serie zu sehen sind.
Die Veranstaltung fand im Balkonsaal des Schlosses Hohenheim statt und wurde durch ein Sponsoring der PR-Agentur Sympra GmbH (GPRA) unterstützt. Auch PRIHO, die Fachschaft WISO sowie ALUMNI HOHENHEIM e. V. beteiligten sich mit kurzen Beiträgen und gaben Einblicke in ihre aktuellen Projekte.
Das Institut für Kommunikationswissenschaft bedankt sich herzlich bei allen Mitwirkenden, insbesondere bei den Organisatorinnen und Organisatoren, für einen rundum gelungenen Abend.
Kontakt: Agatha Maisch | agatha.maisch@uni-hohenheim.de



