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BEEST: Künstliche Intelligenz im Fokus des Fakultätsworkshops „Digital Transformation and Change“

Wie verändert Künstliche Intelligenz die Forschung, die Wissensarbeit und gesellschaftliche Zusammenarbeit? Mit diesen Fragen beschäftigte sich der Fakultätsworkshop BEEST (Business, Economics and Social Sciences retreat) der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften am 2. November 2026 im Balkonsaal des Schlosses.

Unter dem Leitthema „Digital Transformation and Change“ bot BEEST den Wissenschaftler:innen der Fakultät eine Plattform, um aktuelle Forschungsarbeiten vorzustellen, neue Entwicklungen im Bereich Künstliche Intelligenz zu diskutieren und sich über Disziplingrenzen hinweg auszutauschen.

Eröffnet wurde der Workshop von Prof. Dr. Marion Büttgen, Prodekanin für Forschung, wissenschaftliche Karrieren und Transfer der Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Sie begrüßte die Teilnehmenden und führte in die Ziele und Schwerpunkte des Veranstaltungstages ein.

Das Programm umfasste eine Reihe wissenschaftlicher Vorträge, die das Thema KI aus unterschiedlichen fachlichen Perspektiven beleuchteten. Dabei ging es unter anderem um die zunehmende Bedeutung von AI Agents in verschiedenen Forschungsdisziplinen. Dr. Matteo Vaccargiu stellte anhand einer umfangreichen Datenauswertung vor, wie sich sogenannte Agent Skills über unterschiedliche wissenschaftliche Fachgebiete hinweg verbreiten. Dr. Paul Rougieux zeigte am Beispiel der Bioökonomieforschung, wie KI-gestützte Coding Agents die Kopplung komplexer ökonomischer und biophysikalischer Modelle beschleunigen können.

Mit den Auswirkungen agentischer KI-Systeme auf die Wissensarbeit beschäftigte sich Prof. Dr. Henner Gimpel. Am Beispiel der teilautomatisierten Bewertung von Prüfungsleistungen diskutierte er, wie sich Effizienzpotenziale nutzen lassen, ohne Fragen der Verantwortlichkeit, Transparenz und menschlichen Kontrolle aus dem Blick zu verlieren.

Weitere Beiträge erweiterten die Perspektive auf gesellschaftliche und individuelle Dimensionen der digitalen Transformation: Dr. Adrian Lüders untersuchte, wie digitale Spuren auf Social-Media-Plattformen soziale Koordination und Identitätsbildung beeinflussen. Luca Alldinger und Prof. Dr. Siegmar Otto widmeten sich dem Zusammenhang zwischen Persönlichkeitsmerkmalen und der Bewertung unterschiedlich permissiver KI-Antworten. Prof. Dr. Caroline Ruiner und Prof. Dr. Matthias Uhl beleuchteten schließlich aus einer Sensemaking-Perspektive, wie Vertrauen in KI entsteht und weshalb sowohl übermäßiges Vertrauen als auch eine zu große Skepsis gegenüber KI-Systemen problematisch sein können.

Den Abschluss des Workshops bildete eine Podiumsdiskussion zum Thema „AI in Research“. Moderiert von Prof. Dr. Marion Büttgen diskutierten Prof. Dr. Henner Gimpel, Dr. Paul Rougieux und Prof. Dr. Mareike Schoop über Potenziale, Herausforderungen und zukünftige Entwicklungen beim Einsatz von KI in der Forschung.

Interdisziplinärer Austausch als Impuls für die Forschung

Die Vielfalt der Beiträge machte deutlich, dass die digitale Transformation weit über technologische Innovationen hinausgeht. Sie wirft grundlegende Fragen nach der Gestaltung von Arbeitsprozessen, menschlicher Entscheidungsfindung, Vertrauen und Verantwortung auf. Gerade die unterschiedlichen Perspektiven aus den Wirtschafts-, Sozial- und Verhaltenswissenschaften ermöglichten einen facettenreichen Blick auf diese Entwicklungen.

BEEST bot hierfür einen Rahmen, um aktuelle Forschung sichtbar zu machen, neue Anknüpfungspunkte zwischen den Disziplinen zu schaffen und gemeinsame Perspektiven auf zukünftige Herausforderungen zu entwickeln.

Die Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften bedankt sich bei allen Referentinnen und Referenten sowie bei den Teilnehmenden für ihre Beiträge und den konstruktiven Austausch.